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Friedrich Nietzsche

David Strauss Bloc s03

Bloc 5 sur 31

Référence canonique b0002.s03

Allemand

Wenn er nämlich nur die epigonenhafte Nachahmung oder die ikonische Portraittreue des Gegenwärtigen schätzt, so weiss er, dass die letztere ihn selbst verherrlicht und das Behagen am „Wirklichen“ mehrt, die erstere ihm nicht schadet, sogar seinem Ruf als dem eines klassischen Geschmacksrichters förderlich ist, und im Uebrigen keine neue Mühe macht, weil er sich bereits mit den Klassikern selbst ein- für allemal abgefunden hat. Zuletzt erfindet er noch für seine Gewöhnungen, Betrachtungsarten, Ablehnungen und Begünstigungen die allgemein wirksame Formel „Gesundheit“ und beseitigt mit der Verdächtigung, krank und überspannt zu sein, jeden unbequemen Störenfried. So redet David Strauss, ein rechter satisfait unsrer Bildungszustände und typischer Philister, einmal mit charakteristischer Redewendung von „Arthur Schopenhauers zwar durchweg geistvollem, doch vielfach ungesundem und unerspriesslichem Philosophiren.“ Es ist nämlich eine fatale Thatsache, dass sich „der Geist“ mit besonderer Sympathie auf die „Ungesunden und Unerspriesslichen“ niederzulassen pflegt, und dass selbst der Philister, wenn er einmal ehrlich gegen sich ist, bei den Philosophemen, die seines Gleichen zur Welt und zu Markte bringt, so etwas empfindet von vielfach geistlosem, doch durchweg gesundem und erspriesslichem Philosophiren. Hier und da werden nämlich die Philister, vorausgesetzt, dass sie unter sich sind, des Weines pflegen und der grossen Kriegsthaten gedenken, ehrlich, redselig und naiv; dann kommt mancherlei an’s Licht, was sonst ängstlich verborgen wird, und gelegentlich plaudert selbst Einer die Grundgeheimnisse der ganzen Brüderschaft aus. Einen solchen Moment hat ganz neuerdings einmal ein namhafter Aesthetiker aus der Hegel’schen Vernünftigkeits-Schule gehabt. Der Anlass war freilich ungewöhnlich genug: man feierte im lauten Philisterkreise das Andenken eines wahren und ächten Nicht-Philisters, noch dazu eines solchen, der im allerstrengsten Sinne des Wortes an den Philistern zu Grunde gegangen ist: das Andenken des herrlichen Hölderlin, und der bekannte Aesthetiker hatte deshalb ein Recht, bei dieser Gelegenheit von den tragischen Seelen zu reden, die an der „Wirklichkeit“ zu Grunde gehen, das Wort Wirklichkeit nämlich in jenem erwähnten Sinne als Philister-Vernunft verstanden. Aber die „Wirklichkeit“ ist eine andere geworden: die Frage mag gestellt werden, ob sich Hölderlin wohl in der gegenwärtigen grossen Zeit zurecht finden würde. „Ich weiss nicht“, sagt Fr. Vischer, „ob seine weiche Seele so viel Rauhes, das an jedem Kriege ist, ob sie soviel des Verdorbenen ausgehalten hätte, das wir nach dem Kriege auf den verschiedensten Gebieten fortschreiten sehen. Vielleicht wäre er wieder in die Trostlosigkeit zurückgesunken. Er war eine der unbewaffneten Seelen, er war der Werther Griechenlands, ein hoffnungslos Verliebter; es war ein Leben voll Weichheit und Sehnsucht, aber auch Kraft und Inhalt war in seinem Willen und Grösse, Fülle und Leben in seinem Stil, der da und dort sogar an Aeschylus gemahnt. Nur hatte sein Geist zu wenig vom Harten; es fehlte ihm als Waffe der Humor; er konnte es nicht ertragen, dass man noch kein Barbar ist, wenn man ein Philister ist.“ Dieses letzte Bekenntniss, nicht die süssliche Beileidsbezeigung des Tischredners geht uns etwas an. Ja, man giebt zu, Philister zu sein, aber Barbar! Um keinen Preis. Der arme Hölderlin hat leider nicht so fein unterscheiden können. Wenn man freilich bei dem Worte Barbarei an den Gegensatz der Civilisation und vielleicht gar an Seeräuberei und Menschenfresser denkt, so ist jene Unterscheidung mit Recht gemacht: aber ersichtlich will der Aesthetiker uns sagen: man kann Philister sein und doch Kulturmensch - darin liegt der Humor, der dem armen Hölderlin fehlte, an dessen Mangel er zu Grunde ging. Bei dieser Gelegenheit entfiel dem Redner noch ein zweites Geständniss: „Es ist nicht immer Willenskraft, sondern Schwachheit, was uns über die von den tragischen Seelen so tief gefühlte Begierde zum Schönen hinüberbringt“ - so ungefähr lautete das Bekenntniss, abgelegt im Namen der versammelten „Wir“, das heisst der „Hinübergebrachten“, der durch Schwachheit „Hinübergebrachten“! Begnügen wir uns mit diesen Geständnissen! Jetzt wissen wir ja zweierleiErratum:Zweierlei lies:zweierlei Nach KGW/KGB Nachberichte durch den Mund eines Eingeweihten: einmal, dass diese „Wir“ über die Sehnsucht zum Schönen wirklich hinwegErratum:hinweg- lies:hinweg Nach KGW/KGB Nachberichte, ja sogar hinübergebracht sind, und zweitens: durch Schwachheit! Eben diese Schwachheit hatte sonst in weniger indiskreten Momenten einen schöneren Namen: es war die berühmte „Gesundheit“ der Bildungsphilister. Nach dieser allerneuesten Belehrung möchte es sich aber empfehlen, nicht mehr von ihnen, als den „Gesunden“ zu reden, sondern von den Schwächlichen oder mit Steigerung, von den Schwachen. Wenn diese Schwachen nur nicht die Macht hätten! Was kann es sie angehen, wie man sie nennt! Denn sie sind die Herrschenden, und das ist kein rechter Herrscher, der nicht einen Spottnamen vertragen kann. Ja wenn man nur die Macht hat, lernt man wohl gar über sich selbst zu spotten. Es kommt dann nicht viel darauf an, ob man sich eine Blösse giebt: denn was bedeckt nicht der Purpur! was nicht der Triumphmantel! Die Stärke des Bildungsphilisters kommt an’s Licht, wenn er seine Schwachheit eingesteht: und je mehr und je cynischer er eingesteht, um so deutlicher verräth sich, wie wichtig er sich nimmt,Erratum:nimmt lies:nimmt, Nach KGW/KGB Nachberichte und wie überlegen er sich fühlt. Es ist die Periode der cynischen Philisterbekenntnisse. Wie Friedrich Vischer mit einem Worte, so hat David Strauss mit einem Buche Bekenntnisse gemacht: und cynisch ist jenes Wort und dieses Bekenntnissbuch.

Anglais Traduction générée par IA, non officielle

Codex gpt-5.6-sol · Traduction de travail non officielle · 2026-09-13

For if he values only epigonic imitation or the iconic fidelity of a portrait of the present, he knows that the latter glorifies him personally and increases his comfort in the “actual,” while the former does him no harm, even benefits his reputation as a judge of classical taste, and otherwise causes him no new trouble because he has already settled with the classics themselves once and for all. Finally, for his habits, modes of observation, rejections, and favours, he invents the universally effective formula “health,” and removes every inconvenient troublemaker by casting suspicion upon him as sick and overwrought. Thus David Strauss, a true satisfait with our conditions of cultivation and a typical philistine, once speaks, with a characteristic turn of phrase, of “Arthur Schopenhauer’s philosophizing, which is certainly ingenious throughout, but in many respects unhealthy and unprofitable.” For it is an unfortunate fact that “the spirit” tends to alight with particular sympathy upon the “unhealthy and unprofitable,” and that even the philistine, when for once he is honest with himself, senses in the philosophemes which his peers bring into the world and to market something of a philosophizing that is in many respects spiritless, but thoroughly healthy and profitable. Here and there, provided that they are among themselves, are drinking wine, and remembering the great feats of war, the philistines become honest, talkative, and naive. Then many things come to light that are otherwise anxiously concealed, and occasionally one of them even blurts out the fundamental secrets of the entire brotherhood. Quite recently a noted aesthetician from the Hegelian school of rationality experienced such a moment. The occasion was, admittedly, unusual enough: in a clamorous circle of philistines they were celebrating the memory of a true and genuine non-philistine, moreover one who in the strictest sense of the word had perished because of the philistines, the memory of the glorious Hölderlin. The well-known aesthetician therefore had the right on this occasion to speak of the tragic souls who perish through “actuality,” the word actuality being understood in the aforementioned sense as philistine reason. But “actuality” has changed. The question may be asked whether Hölderlin would have been able to find his way in the present great age. “I do not know,” says Fr. Vischer, “whether his tender soul could have endured so much that is harsh, as there is in every war, or so much of the corruption which, after the war, we see advancing in the most varied fields. Perhaps he would have sunk back again into desolation. He was one of the unarmed souls; he was the Werther of Greece, a hopeless lover. It was a life full of tenderness and longing, but there were also strength and substance in his will, and greatness, fullness, and life in his style, which here and there even recalls Aeschylus. Only his spirit possessed too little of what is hard; he lacked humour as a weapon; he could not bear the fact that one is not yet a barbarian merely because one is a philistine.” It is this last confession, not the dinner speaker’s saccharine expression of pity, that concerns us. Yes, one admits to being a philistine, but a barbarian? At no price. Poor Hölderlin was unfortunately unable to distinguish so finely. If, of course, by the word barbarism one thinks of the opposite of civilization and perhaps even of piracy and cannibalism, then the distinction is rightly made. But the aesthetician plainly wishes to tell us that one can be a philistine and yet a man of culture. Therein lies the humour that poor Hölderlin lacked and for want of which he perished. On this occasion a second admission also slipped from the speaker: “It is not always strength of will, but weakness, that carries us beyond the desire for beauty so deeply felt by tragic souls.” Such, approximately, was the confession made in the name of the assembled “we,” that is, of those “carried beyond,” those “carried beyond” through weakness! Let us content ourselves with these confessions. We now know two things from the mouth of an initiate: first, that this “we” has really passedErratum:hinweg- read:hinweg According to KGW/KGB supplementary reports beyond, indeed has been carried beyond, the longing for beauty; and second, that this happened through weakness! In less indiscreet moments, this very weakness formerly had a finer name: it was the famous “health” of the cultured philistines. After this very latest instruction, however, it might be advisable no longer to speak of them as the “healthy,” but as the sickly or, with intensification, as the weak. If only these weaklings did not possess power! What can it matter to them what they are called? For they are the rulers, and he is no proper ruler who cannot endure a mocking name. Indeed, if one only has power, one may even learn to mock oneself. Then it matters little whether one exposes oneself, for what does the purple not cover, and what does the mantle of triumph not conceal! The cultured philistine’s strength comes to light when he admits his weakness, and the more fully and cynically he admits it, the more clearly he reveals how important he considers himself,Erratum:nimmt read:nimmt, According to KGW/KGB supplementary reports and how superior he feels. This is the period of cynical philistine confessions. As Friedrich Vischer made a confession in a single phrase, so David Strauss has made confessions in a book. That phrase is cynical, and so is this book of confessions.

Français Traduction générée par IA, non officielle

Codex gpt-5.6-sol · Traduction de travail non officielle · 2026-09-13

Car s’il n’apprécie que l’imitation épigonale ou la fidélité iconique du portrait du présent, il sait que cette dernière le glorifie lui-même et accroît la satisfaction éprouvée devant le « réel », que la première ne lui nuit pas, favorise même sa réputation de juge au goût classique et, pour le reste, ne lui impose aucune peine nouvelle, puisqu’il a déjà réglé une fois pour toutes ses comptes avec les classiques eux-mêmes. Finalement, il invente encore pour ses habitudes, ses manières de considérer, ses rejets et ses faveurs la formule d’une efficacité universelle, « santé », et écarte tout importun perturbateur en le soupçonnant d’être malade et exalté. Ainsi David Strauss, véritable satisfait de l’état de notre formation et philistin typique, parle-t-il un jour, dans une tournure caractéristique, de « la philosophie d’Arthur Schopenhauer, certes spirituelle de part en part, mais souvent malsaine et infructueuse ». C’est en effet un fait fâcheux que « l’esprit » ait coutume de se poser avec une sympathie particulière sur les « hommes malsains et infructueux », et que même le philistin, lorsqu’il est une fois honnête envers lui-même, ressente devant les philosophèmes que ses semblables apportent au monde et au marché quelque chose comme une philosophie souvent dépourvue d’esprit, mais saine et fructueuse de part en part. Çà et là, en effet, pourvu qu’ils soient entre eux, fassent honneur au vin et se souviennent des grands exploits guerriers, les philistins deviennent honnêtes, loquaces et naïfs ; alors bien des choses que l’on cache autrement avec anxiété se font jour, et il arrive même que l’un d’eux divulgue en bavardant les secrets fondamentaux de toute la confrérie. Tout récemment, un esthéticien renommé de l’école hégélienne de la rationalité a connu un tel moment. L’occasion était certes assez inhabituelle : on célébrait, dans un cercle bruyant de philistins, la mémoire d’un homme véritablement et authentiquement non philistin, et même de quelqu’un qui, au sens le plus strict du mot, avait péri du fait des philistins : la mémoire du magnifique Hölderlin. L’esthéticien bien connu avait donc le droit, à cette occasion, de parler des âmes tragiques qui périssent au contact de la « réalité », le mot réalité étant entendu dans le sens déjà mentionné de raison philistine. Mais la « réalité » est devenue autre : on peut se demander si Hölderlin saurait s’orienter dans la grande époque présente. « Je ne sais pas, dit Fr. Vischer, si son âme tendre aurait supporté tant de rudesse, inhérente à toute guerre, si elle aurait supporté tant de corruption, dont nous voyons après la guerre les progrès dans les domaines les plus divers. Peut-être serait-il retombé dans la désolation. Il était l’une de ces âmes sans armes, il était le Werther de la Grèce, un amoureux sans espoir ; ce fut une vie pleine de tendresse et de nostalgie, mais il y avait aussi de la force et de la substance dans sa volonté, et de la grandeur, de la plénitude et de la vie dans son style, qui rappelle même çà et là Eschyle. Seulement, son esprit avait trop peu de dureté ; il lui manquait l’humour comme arme ; il ne pouvait supporter que l’on ne soit pas encore un barbare lorsqu’on est un philistin. » C’est ce dernier aveu, et non l’expression doucereuse de compassion de l’orateur de banquet, qui nous importe. Oui, on reconnaît être philistin, mais barbare ! À aucun prix. Le pauvre Hölderlin n’a malheureusement pas su faire une distinction aussi subtile. Si, à vrai dire, on pense, en entendant le mot barbarie, au contraire de la civilisation, voire à la piraterie et à l’anthropophagie, cette distinction est faite à juste titre ; mais l’esthéticien veut manifestement nous dire : on peut être philistin et néanmoins homme de culture. Là réside l’humour qui manquait au pauvre Hölderlin et faute duquel il périt. À cette occasion, l’orateur laissa encore échapper un second aveu : « Ce n’est pas toujours la force de volonté, mais la faiblesse, qui nous fait passer outre au désir du beau si profondément ressenti par les âmes tragiques. » Telle était à peu près la confession, prononcée au nom du « nous » assemblé, c’est-à-dire de ceux qui sont « passés outre », de ceux que la faiblesse a fait « passer outre » ! Contentons-nous de ces aveux ! Nous savons maintenant deux chosesErratum:Zweierlei lire:zweierlei D’après les rapports complémentaires KGW/KGB par la bouche d’un initié : premièrement, que ce « nous » a véritablement dépasséErratum:hinweg- lire:hinweg D’après les rapports complémentaires KGW/KGB le désir du beau, qu’on l’a même fait passer outre ; deuxièmement, que ce fut par faiblesse ! Cette même faiblesse portait autrefois, dans des moments moins indiscrets, un plus beau nom : c’était la fameuse « santé » des philistins cultivés. Mais, après cette instruction toute récente, il serait sans doute recommandable de ne plus parler d’eux comme des « hommes sains », mais comme des malingres ou, en renchérissant, comme des faibles. Si seulement ces faibles n’avaient pas le pouvoir ! Que peut leur importer le nom qu’on leur donne ! Car ils sont les maîtres, et celui qui ne peut supporter un sobriquet n’est pas un véritable maître. Oui, pourvu qu’on ait le pouvoir, on finit sans doute même par apprendre à se moquer de soi. Il importe alors assez peu que l’on découvre son point faible : car que ne couvre pas la pourpre ! que ne couvre pas le manteau du triomphe ! La force du philistin cultivé se fait jour lorsqu’il avoue sa faiblesse : et plus il l’avoue, plus il le fait cyniquement, plus il révèle clairement l’importance qu’il s’accordeErratum:nimmt lire:nimmt, D’après les rapports complémentaires KGW/KGB et la supériorité qu’il se reconnaît. C’est l’époque des confessions cyniques de philistins. De même que Friedrich Vischer s’est confessé en une phrase, David Strauss s’est confessé dans un livre : et cette phrase est cynique, comme l’est ce livre de confessions.

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