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Friedrich Nietzsche
David Strauss Block s01
Block 12 of 31
Canonical reference b0006.s01
German
6. Ein Leichnam ist für den Wurm ein schöner Gedanke und der Wurm ein schrecklicher für jedes Lebendige. Würmer träumen sich ihr Himmelreich in einem fetten Körper, Philosophieprofessoren im Zerwühlen Schopenhauerischer Eingeweide, und so lange es Nagethiere giebt, gab es auch einen Nagethierhimmel. Damit ist unsere erste Frage: Wie denkt sich der neue Gläubige seinen Himmel? beantwortet. Der Straussische Philister haust in den Werken unserer grossen Dichter und Musiker wie ein Gewürm, welches lebt, indem es zerstört, bewundert, indem es frisst, anbetet, indem es verdaut. Nun lautet aber unsere zweite Frage: Wie weit reicht der Muth, den die neue Religion ihren Gläubigen verleiht? Auch sie würde bereits beantwortet sein, wenn Muth und Unbescheidenheit eins wären: denn dann würde es Strauss in nichts an einem wahren und gerechten Mameluken-Muthe gebrechen, wenigstens ist die gebührende Bescheidenheit, von der Strauss in einer eben erwähnten Stelle in Bezug auf Beethoven spricht, nur eine stilistische, keine moralische Wendung. Strauss participirt hinreichend an der Keckheit, zu der jeder siegreiche Held sich berechtigt glaubt; alle Blumen sind nur für ihn, den Sieger, gewachsen, und er lobt die Sonne, dass sie zur rechten Zeit gerade seine Fenster bescheint. Selbst das alte und ehrwürdige Universum lässt er mit seinem Lobe nicht unangetastet, als ob es erst durch dieses Lob geweiht werden müsste und sich von jetzt ab allein um die Centralmonade Strauss schwingen dürfte. Das Universum, weiss er uns zu belehren, sei zwar eine Maschine mit eisernen, gezahnten Rädern, mit schweren Hämmern und Stampfen, aber „es bewegen sich in ihr nicht bloss unbarmherzige Räder, es ergiesst sich auch linderndes Oel“ (p. 365). Das Universum wird dem bilderwüthigen Magister nicht gerade Dank wissen, dass er kein besseres Gleichniss zu seinem Lobe erfinden konnte, wenn es sich auch einmal gefallen lassen sollte, von Strauss gelobt zu werden. Wie nennt man doch das Oel, das an den Hämmern und Stampfen einer Maschine niederträufelt? Und was würde es den Arbeiter trösten, zu wissen, dass dieses Oel sich auf ihn ergiesst, während die Maschine seine Glieder fasst? Nehmen wir einmal an, das Bild sei verunglückt, so zieht eine andere Prozedur unsere Aufmerksamkeit auf sich, durch die Strauss zu ermitteln sucht, wie er eigentlich gegen das Universum gestimmt sei, und bei der ihm die Frage Gretchens auf den Lippen schwebt: „Er liebt mich - liebt mich nicht - liebt mich?“ Wenn nun Strauss auch nicht Blumen zerpflückt oder Rockknöpfe abzählt, so ist doch das, was er thut, nicht weniger harmlos, obwohl vielleicht etwas mehr Muth dazu gehört. Strauss will in Erfahrung ziehen, ob sein Gefühl für das „All“ gelähmt und abgestorben sei oder nicht, und sticht sich: denn er weiss, dass man ein Glied ohne Schmerz mit der Nadel stechen kann, falls es abgestorben oder gelähmt ist. Eigentlich freilich sticht er sich nicht, sondern wählt eine noch gewaltthätigere Prozedur, die er also beschreibt: „Wir schlagen Schopenhauer auf, der dieser unserer Idee bei jeder Gelegenheit in’s Gesicht schlägt“ (p. 143). Da nun eine Idee, selbst die schönste Straussen-Idee vom Universum, kein Gesicht hat, sondern nur der, welcher die Idee hat, so besteht die Prozedur aus folgenden einzelnen Actionen: Strauss schlägt Schopenhauer - allerdings sogar auf: worauf Schopenhauer bei dieser Gelegenheit Strauss in’s Gesicht schlägt. Jetzt „reagirt“ Strauss „religiös“, das heisst, er schlägt wieder auf Schopenhauer los, schimpft, redet von Absurditäten, Blasphemien, Ruchlosigkeiten, urtheilt sogar, dass Schopenhauer nicht bei Troste gewesen sei. Resultat der Prügelei: „wir fordern für unser Universum dieselbe Pietät, wie der Fromme alten Stils für seinen Gott“ - oder kürzer: „er liebt mich“!Erratum:mich!“ lies:mich“! Nach KGW/KGB Nachberichte Er macht sich das Leben schwer, unser Liebling der Grazien, aber er ist muthig wie ein Mameluk und fürchtet weder den Teufel noch Schopenhauer. Wie viel „linderndes Oel“ verbraucht er, wenn solche Prozeduren häufig sein sollten! Andererseits verstehen wir, welchen Dank Strauss dem kitzelnden, stechenden und schlagenden Schopenhauer schuldet; deshalb sind wir auch durch folgende ausdrückliche Gunstbezeigung gegen ihn nicht weiter überrascht: „in Arthur Schopenhauers Schriften braucht man bloss zu blättern, obwohl man übrigens gut thut, nicht bloss darin zu blättern, sondern sie zu studiren, u.s.w.“ (p. 141). Wem sagt dies eigentlich der Philisterhäuptling? Er, dem man gerade nachweisen kann, dass er Schopenhauer nie studirt hat, er, von dem Schopenhauer umgekehrt sagen müsste: „das ist ein Autor, der nicht durchblättert, geschweige studirt zu werden verdient.“ Offenbar ist ihm Schopenhauer in die unrechte Kehle gekommen: indem er sich über ihn räuspert, sucht er ihn loszuwerden. Damit aber das Maass naiver Lobreden voll werde, erlaubt sich Strauss noch eine Anempfehlung des alten Kant: er nennt dessen Allgemeine Geschichte und Theorie des Himmels vom Jahre 1755 „eine Schrift, die mir immer nicht weniger bedeutend erschienen ist, als seine spätere Vernunftkritik. Ist hier die Tiefe des Einblicks, so ist dort die Weite des Umblicks zu bewundern: haben wir hier den Greis, dem es vor allem um die Sicherheit eines wenn auch beschränkten Erkenntnissbesitzes zu thun ist, so tritt uns dort der Mann mit dem vollen Muthe des geistigen Entdeckers und Eroberers entgegen.“ Dieses Urtheil Straussens über Kant ist mir immer nicht mehr bescheiden als jenes über Schopenhauer erschienen: haben wir hier den Häuptling, dem es vor allem um die Sicherheit im Aussprechen eines wenn auch noch so beschränkten Urtheils zu thun ist, so tritt uns dort der berühmte Prosaschreiber entgegen, der mit dem vollen Muthe der Ignoranz selbst über Kant seine Lob-Essenzen ausgiesst. Gerade die rein unglaubliche Thatsache, dass Strauss von der Kantischen Vernunftkritik für sein Testament der modernen Ideen gar nichts zu gewinnen wusste, und dass er überall nur dem gröblichsten Realismus zu Gefallen redet, gehört mit zu den auffallenden Charakterzügen dieses neuen Evangeliums, das sich übrigens auch nur als das mühsam errungene Resultat fortgesetzter Geschichts- und Natur-Forschung bezeichnet und somit selbst das philosophische Element abläugnet. Für den Philisterhäuptling und seine „Wir“ giebt es keine Kantische Philosophie. Er ahnt nichts von der fundamentalen Antinomie des Idealismus und von dem höchst relativen Sinne aller Wissenschaft und Vernunft. Oder: gerade die Vernunft sollte ihm sagen, wie wenig durch die Vernunft über das Ansich der Dinge auszumachen ist. Es ist aber wahr, dass es Leuten in gewissen Lebensaltern unmöglich ist, Kant zu verstehen, besonders wenn man in der Jugend, wie Strauss, den „Riesengeist“ Hegel verstanden hat oder verstanden zu haben wähnt, ja daneben sich mit Schleiermacher, „der des Scharfsinns fast allzuviel besass“, wie Strauss sagt, befassen musste.
English AI-generated translation, non-official
Codex gpt-5.6-sol · Non-official working translation · 2026-09-13
6. A corpse is a beautiful thought for the worm, and the worm a terrible one for every living thing. Worms dream of their heavenly kingdom in a fat body, professors of philosophy in rummaging through Schopenhauer’s entrails, and as long as rodents have existed, there has also been a rodent heaven. This answers our first question: How does the new believer imagine his heaven? The Straussian Philistine dwells in the works of our great poets and musicians like vermin that lives by destroying, admires by devouring, worships by digesting. But now our second question reads: How far does the courage granted to its believers by the new religion extend? This too would already be answered if courage and immodesty were one and the same, for then Strauss would lack nothing in the way of true and righteous Mameluke courage. At any rate, the due modesty of which Strauss speaks with reference to Beethoven in a passage just mentioned is merely a stylistic turn, not a moral one. Strauss has a sufficient share in the audacity to which every victorious hero believes himself entitled. All flowers have grown solely for him, the victor, and he praises the sun for shining directly through his windows at just the right time. He does not even leave the ancient and venerable universe untouched by his praise, as though it first had to be consecrated by this praise and henceforth permitted to revolve solely around the central monad Strauss. The universe, he informs us, may indeed be a machine with iron cogwheels, heavy hammers, and pounders, but “it contains not only merciless wheels; soothing oil also pours through it” (p. 365). The universe will hardly thank the metaphor-mad master for having been unable to devise a better simile in its praise, even if it should consent for once to be praised by Strauss. What, indeed, is the name of the oil that drips onto the hammers and pounders of a machine? And how would it console the worker to know that this oil is pouring over him while the machine seizes his limbs? Let us assume for once that the image has miscarried. Another procedure then draws our attention, one by which Strauss seeks to ascertain how he is really disposed toward the universe, and during which Gretchen’s question hovers on his lips: “He loves me, he loves me not, he loves me?” Although Strauss does not pluck flowers or count coat buttons, what he does is no less harmless, even if it may require somewhat more courage. Strauss wishes to discover whether his feeling for the “All” is paralysed and dead or not, and pricks himself, for he knows that one may prick a limb with a needle without pain if it is dead or paralysed. Strictly speaking, of course, he does not prick himself, but chooses an even more violent procedure, which he describes thus: “We open Schopenhauer, who on every occasion strikes this idea of ours in the face” (p. 143). Since an idea, even Strauss’s most beautiful idea of the universe, has no face, but only the person who has the idea does, the procedure consists of the following individual actions: Strauss strikes Schopenhauer, indeed even strikes him open, whereupon Schopenhauer on this occasion strikes Strauss in the face. Now Strauss “reacts religiously,” that is, he lashes out at Schopenhauer once again, rails at him, speaks of absurdities, blasphemies, and iniquities, and even judges that Schopenhauer was not in his right mind. Result of the brawl: “we demand for our universe the same piety that the devout man of the old style demanded for his God,” or more briefly: “he loves me”! Erratum: for “me!” read “me”! According to the KGW/KGB supplementary reports. Our darling of the Graces makes life difficult for himself, but he is as courageous as a Mameluke and fears neither the devil nor Schopenhauer. How much “soothing oil” does he consume if such procedures are frequent! On the other hand, we understand how much gratitude Strauss owes the tickling, pricking, and striking Schopenhauer. We are therefore not further surprised by the following express token of favour toward him: “one need only leaf through Arthur Schopenhauer’s writings, although one does well, incidentally, not merely to leaf through them but to study them, etc.” (p. 141). To whom, exactly, is the Philistine chieftain saying this? He, of whom it can be demonstrated that he has never studied Schopenhauer; he, of whom Schopenhauer, conversely, would have to say: “this is an author who does not deserve to be leafed through, let alone studied.” Evidently Schopenhauer has gone down the wrong way, and by clearing his throat over him Strauss seeks to dislodge him. But to fill the measure of naive eulogies, Strauss also ventures a recommendation of the old Kant. He calls Kant’s Universal Natural History and Theory of the Heavens of 1755 “a work that has always appeared to me no less significant than his later Critique of Reason. If in the latter the depth of insight is to be admired, in the former it is the breadth of outlook. If there we have the old man concerned above all with securing a possession of knowledge, however limited, here the man confronts us with all the courage of the intellectual discoverer and conqueror.” Strauss’s judgement of Kant has always appeared to me no more modest than his judgement of Schopenhauer. If in the latter we have the chieftain concerned above all with the security of pronouncing a judgement, however limited, in the former we encounter the famous prose writer who, with all the courage of ignorance, pours out his extracts of praise even over Kant. The quite incredible fact that Strauss knew how to derive nothing at all from Kant’s Critique of Reason for his testament of modern ideas, and that everywhere he speaks merely to gratify the crudest realism, is among the striking characteristics of this new gospel, which, moreover, describes itself solely as the laboriously achieved result of continuous historical and natural research, and thus itself disavows the philosophical element. For the Philistine chieftain and his “We,” there is no Kantian philosophy. He suspects nothing of the fundamental antinomy of idealism or of the highly relative meaning of all science and reason. Or rather, reason itself ought to tell him how little reason can determine about things in themselves. It is true, however, that people at certain ages find it impossible to understand Kant, especially if in their youth, like Strauss, they understood or imagined they understood the “gigantic mind” Hegel, and in addition had to occupy themselves with Schleiermacher, “who possessed almost too much acumen,” as Strauss says.
French AI-generated translation, non-official
Codex gpt-5.6-sol · Non-official working translation · 2026-09-13
6. Un cadavre est pour le ver une belle pensée, et le ver une pensée terrible pour tout ce qui vit. Les vers rêvent leur royaume des cieux dans un corps bien gras, les professeurs de philosophie dans le fouillage des entrailles schopenhaueriennes, et aussi longtemps qu’il y eut des rongeurs, il y eut également un ciel des rongeurs. Ainsi se trouve résolue notre première question : comment le nouveau croyant se représente-t-il son ciel ? Le philistin straussien habite les œuvres de nos grands poètes et musiciens comme une vermine qui vit en détruisant, admire en dévorant, adore en digérant. Mais voici maintenant notre deuxième question : jusqu’où s’étend le courage que la nouvelle religion confère à ses croyants ? Elle aussi aurait déjà reçu sa réponse si courage et immodestie étaient une seule et même chose : car alors Strauss ne manquerait en rien d’un authentique et véritable courage de mamelouk ; du moins la modestie qui convient, dont Strauss parle à propos de Beethoven dans un passage mentionné plus haut, n’est-elle qu’une tournure stylistique, et non morale. Strauss participe suffisamment de cette hardiesse à laquelle tout héros victorieux se croit autorisé ; toutes les fleurs n’ont poussé que pour lui, le vainqueur, et il loue le soleil de venir, au moment opportun, éclairer précisément ses fenêtres. Même l’antique et vénérable univers ne sort pas indemne de ses louanges, comme s’il devait d’abord être consacré par elles et n’était désormais autorisé à graviter qu’autour de la monade centrale Strauss. L’univers, daigne-t-il nous apprendre, est certes une machine aux roues de fer dentées, aux lourds marteaux et pilons, mais « il ne s’y meut pas seulement des roues impitoyables, une huile apaisante s’y répand aussi » (p. 365). L’univers ne saura guère gré au magister enragé de métaphores de n’avoir pu inventer une meilleure comparaison pour faire son éloge, à supposer même qu’il consente un jour à être loué par Strauss. Comment appelle-t-on donc l’huile qui dégoutte sur les marteaux et les pilons d’une machine ? Et quelle consolation l’ouvrier trouverait-il à savoir que cette huile se répand sur lui tandis que la machine saisit ses membres ? Admettons que l’image soit manquée : une autre procédure attire alors notre attention, par laquelle Strauss cherche à déterminer quels sentiments il éprouve au juste envers l’univers, tandis que flotte sur ses lèvres la question de Marguerite : « Il m’aime, il ne m’aime pas, il m’aime ? » Même si Strauss n’effeuille pas de fleurs et ne compte pas les boutons de son habit, ce qu’il fait n’en est pas moins innocent, quoiqu’il faille peut-être un peu plus de courage. Strauss veut savoir si son sentiment pour le « Tout » est paralysé et mort ou non, et il se pique : car il sait qu’on peut piquer avec une aiguille un membre mort ou paralysé sans ressentir de douleur. À vrai dire, il ne se pique pas lui-même, mais choisit une procédure encore plus violente, qu’il décrit ainsi : « Nous ouvrons Schopenhauer, qui, à chaque occasion, frappe au visage cette idée qui est la nôtre » (p. 143). Or, comme une idée, fût-ce la plus belle idée straussienne de l’univers, n’a pas de visage, et que seul celui qui possède l’idée en a un, la procédure se compose des actions particulières suivantes : Strauss frappe Schopenhauer, certes même en l’ouvrant ; sur quoi Schopenhauer, à cette occasion, frappe Strauss au visage. Alors Strauss « réagit » « religieusement », c’est-à-dire qu’il se remet à frapper Schopenhauer, l’injurie, parle d’absurdités, de blasphèmes, d’impiétés, et va même jusqu’à juger que Schopenhauer n’avait pas toute sa raison. Résultat de la rixe : « nous exigeons pour notre univers la même piété que le dévot d’autrefois pour son Dieu », ou, plus brièvement : « il m’aime » ! Erratum : lire : mich »! au lieu de : mich!“ D’après les notices complémentaires de la KGW/KGB. Il se rend la vie difficile, notre favori des Grâces, mais il est courageux comme un mamelouk et ne craint ni le diable ni Schopenhauer. Que d’« huile apaisante » ne consomme-t-il pas si de telles procédures sont fréquentes ! D’un autre côté, nous comprenons quelle gratitude Strauss doit à Schopenhauer, qui le chatouille, le pique et le frappe ; aussi ne sommes-nous guère surpris par cette marque expresse de faveur à son égard : « dans les écrits d’Arthur Schopenhauer, il suffit de feuilleter, bien qu’on fasse d’ailleurs bien de ne pas seulement les feuilleter, mais de les étudier, etc. » (p. 141). À qui donc le chef des philistins dit-il cela ? Lui dont on peut précisément démontrer qu’il n’a jamais étudié Schopenhauer, lui dont Schopenhauer devrait au contraire dire : « voilà un auteur qui ne mérite pas d’être feuilleté, encore moins étudié. » Manifestement, Schopenhauer lui est passé par le mauvais gosier : en se raclant la gorge à son sujet, il cherche à s’en débarrasser. Mais, pour que la mesure des naïfs discours de louange soit comble, Strauss se permet encore de recommander le vieux Kant : il appelle son Histoire générale de la nature et théorie du ciel, de 1755, « un écrit qui ne m’a toujours pas paru moins important que sa Critique de la raison ultérieure. Si c’est ici la profondeur de la pénétration qu’il faut admirer, c’est là l’ampleur du regard d’ensemble : si nous avons ici le vieillard soucieux avant tout d’assurer la possession d’une connaissance, fût-elle limitée, là vient à notre rencontre l’homme armé de tout le courage de l’explorateur et du conquérant intellectuel. » Ce jugement de Strauss sur Kant ne m’a toujours pas paru plus modeste que celui qu’il porte sur Schopenhauer : si nous avons ici le chef soucieux avant tout de pouvoir énoncer avec assurance un jugement, si limité soit-il, là vient à notre rencontre le célèbre prosateur qui, avec tout le courage de l’ignorance, répand jusque sur Kant ses essences de louange. Le fait proprement incroyable que Strauss n’ait rien su tirer de la Critique de la raison de Kant pour son testament des idées modernes, et qu’il ne parle partout que pour complaire au réalisme le plus grossier, compte précisément parmi les traits les plus frappants de ce nouvel Évangile, qui se présente d’ailleurs seulement comme le résultat péniblement acquis de recherches historiques et naturelles poursuivies sans relâche, et renie ainsi lui-même l’élément philosophique. Pour le chef des philistins et ses « Nous », il n’existe aucune philosophie kantienne. Il ne soupçonne rien de l’antinomie fondamentale de l’idéalisme ni du sens hautement relatif de toute science et de toute raison. Ou plutôt : la raison elle-même devrait lui dire combien peu la raison permet d’établir quoi que ce soit sur l’en-soi des choses. Mais il est vrai qu’à certains âges de la vie, il est impossible de comprendre Kant, surtout lorsqu’on a, dans sa jeunesse, comme Strauss, compris l’« esprit gigantesque » Hegel, ou cru le comprendre, et qu’il a fallu en outre s’occuper de Schleiermacher, « qui possédait presque trop de sagacité », comme le dit Strauss.
Concepts in this passage
Care of the soul
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Poverty and wealth
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