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Friedrich Nietzsche

Thus Spoke Zarathustra IV Block b0004

Block 4 of 63

Canonical reference b0004

German

Gespräch mit den Königen. 1. Zarathustra war noch keine Stunde in seinen Bergen und Wäldern unterwegs, da sahe er mit Einem Male einen seltsamen Aufzug. Gerade auf dem Wege, den er hinabwollte, kamen zwei Könige gegangen, mit Kronen und Purpurgürteln geschmückt und bunt wie Flamingo-Vögel: die trieben einen beladenen Esel vor sich her. „Was wollen diese Könige in meinem Reiche?“ sprach Zarathustra erstaunt zu seinem Herzen und versteckte sich geschwind hinter einem Busche. Als aber die Könige bis zu ihm herankamen, sagte er, halblaut, wie Einer, der zu sich allein redet: „Seltsam! Seltsam! Wie reimt sich Das zusammen? Zwei Könige sehe ich - und nur Einen Esel!“ Da machten die beiden Könige Halt, lächelten, sahen nach der Stelle hin, woher die Stimme kam, und sahen sich nachher selber in’s Gesicht: „Solcherlei denkt man wohl auch unter uns, sagte der König zur Rechten, aber man spricht es nicht aus.“ Der König zur Linken aber zuckte mit den Achseln und antwortete: „Das mag wohl ein Ziegenhirt sein. Oder ein Einsiedler, der zu lange unter Felsen und Bäumen lebte. Gar keine Gesellschaft nämlich verdirbt auch die guten Sitten.“ „Die guten Sitten? entgegnete unwillig und bitter der andre König: wem laufen wir denn aus dem Wege? Ist es nicht den „guten Sitten“? Unsrer „guten Gesellschaft“? Lieber, wahrlich, unter Einsiedlern und Ziegenhirten als mit unserm vergoldeten falschen überschminkten Pöbel leben, - ob er sich schon „gute Gesellschaft“ heisst, - ob er sich schon „Adel“ heisst. Aber da ist Alles falsch und faul, voran das Blut, Dank alten schlechten Krankheiten und schlechteren Heil-Künstlern. Der Beste und Liebste ist mir heute noch ein gesunder Bauer, grob, listig, hartnäckig, langhaltig: das ist heute die vornehmste Art. Der Bauer ist heute der Beste; und Bauern-Art sollte Herr sein! Aber es ist das Reich des Pöbels, - ich lasse mir Nichts mehr vormachen. Pöbel aber, das heisst: Mischmasch. Pöbel-Mischmasch: darin ist Alles in Allem durcheinander, Heiliger und Hallunke und Junker und Jude und jeglich Vieh aus der Arche Noäh. Gute Sitten! Alles ist bei uns falsch und faul. Niemand weiss mehr zu verehren: dem gerade laufen wir davon. Es sind süssliche zudringliche Hunde, sie vergolden Palmenblätter. Dieser Ekel würgt mich, dass wir Könige selber falsch wurden, überhängt und verkleidet durch alten vergilbten Grossväter-Prunk, Schaumünzen für die Dümmsten und die Schlauesten, und wer heute Alles mit der Macht Schacher treibt! Wir sind nicht die Ersten - und müssen es doch bedeuten: dieser Betrügerei sind wir endlich satt und ekel geworden. Dem Gesindel giengen wir aus dem Wege, allen diesen Schreihälsen und Schreib-Schmeissfliegen, dem Krämer-Gestank, dem Ehrgeiz-Gezappel, dem üblen Athem - : pfui, unter dem Gesindel leben, - pfui, unter dem Gesindel die Ersten zu bedeuten! Ach, Ekel! Ekel! Ekel! Was liegt noch an uns Königen!“ - „Deine alte Krankheit fällt dich an, sagte hier der König zur Linken, der Ekel fällt dich an, mein armer Bruder. Aber du weisst es doch, es hört uns Einer zu.“ Sofort erhob sich Zarathustra, der zu diesen Reden Ohren und Augen aufgesperrt hatte, aus seinem Schlupfwinkel, trat auf die Könige zu und begann: „Der Euch zuhört, der Euch gerne zuhört, ihr Könige, der heisst Zarathustra. Ich bin Zarathustra, der einst sprach: „Was liegt noch an Königen!“ Vergebt mir, ich freute mich, als Ihr zu einander sagtet: „Was liegt an uns Königen!“ Hier aber ist mein Reich und meine Herrschaft: was mögt Ihr wohl in meinem Reiche suchen? Vielleicht aber fandet Ihr unterwegs, was ich suche: nämlich den höheren Menschen.“ Als Diess die Könige hörten, schlugen sie sich an die Brust und sprachen mit Einem Munde: „Wir sind erkannt! Mit dem Schwerte dieses Wortes zerhaust du unsres Herzens dickste Finsterniss. Du entdecktest unsre Noth, denn siehe! Wir sind unterwegs, dass wir den höheren Menschen fänden - - den Menschen, der höher ist als wir: ob wir gleich Könige sind. Ihm führen wir diesen Esel zu. Der höchste Mensch nämlich soll auf Erden auch der höchste Herr sein. Es giebt kein härteres Unglück in allem Menschen-Schicksale, als wenn die Mächtigen der Erde nicht auch die ersten Menschen sind. Da wird Alles falsch und schief und ungeheuer. Und wenn sie gar die letzten sind und mehr Vieh als Mensch: da steigt und steigt der Pöbel im Preise, und endlich spricht gar die Pöbel-Tugend „siehe, ich allein bin Tugend!“ - Was hörte ich eben? antwortete Zarathustra; welche Weisheit bei Königen! Ich bin entzückt, und, wahrlich, schon gelüstet’s mich, einen Reim darauf zu machen: - - mag es auch ein Reim werden, der nicht für Jedermanns Ohren taugt. Ich verlernte seit langem schon die Rücksicht auf lange Ohren. Wohlan! Wohlauf! (Hier aber geschah es, dass auch der Esel zu Worte kam: er sagte aber deutlich und mit bösem Willen I-A.) Einstmals - ich glaub’, im Jahr des Heiles Eins - Sprach die Sibylle, trunken sonder Weins: „Weh, nun geht’s schief! „Verfall! Verfall! Nie sank die Welt so tief! „Rom sank zur Hure und zur Huren-Bude, „Rom’s Caesar sank zum Vieh, Gott selbst - ward Jude!“ * * *

English AI-generated translation, non-official

Codex gpt-5.6-sol · Non-official working translation · 2026-09-13

Conversation with the Kings.

1.

Zarathustra had not yet been traveling for an hour through his mountains and forests when he suddenly saw a strange procession. Straight along the path by which he wished to descend came two kings, adorned with crowns and purple girdles and colorful as flamingo birds: they drove a laden ass before them.

“What do these kings want in my kingdom?” Zarathustra said in astonishment to his heart, and quickly hid behind a bush.

But when the kings came near him, he said in a low voice, like one speaking only to himself: “Strange! Strange! How does that fit together? I see two kings, and only one ass!”

At this the two kings halted, smiled, looked toward the place from which the voice had come, and afterward looked each other in the face.

“Such things are probably thought among us too,” said the king on the right, “but they are not spoken aloud.”

The king on the left, however, shrugged his shoulders and answered: “That may well be a goatherd. Or a hermit who has lived too long among rocks and trees. For no society at all also corrupts good manners.”

“Good manners?” the other king retorted indignantly and bitterly. “Whom are we fleeing, then? Is it not ‘good manners’? Our ‘good society’?

“Better, truly, to live among hermits and goatherds than with our gilded, false, overpainted rabble, though it calls itself ‘good society,’ though it calls itself ‘nobility.’

“But there everything is false and rotten, blood foremost, thanks to old, bad diseases and still worse healers.

“The best and dearest to me today is still a healthy peasant, coarse, cunning, stubborn, enduring: today that is the noblest kind.

“The peasant is the best today, and the peasant kind should be master! But this is the kingdom of the rabble, and I shall no longer let myself be deceived. Rabble, however, means: a jumble.

“A rabble-jumble: in it everything is mixed up with everything else, saint and scoundrel and squire and Jew and every beast from Noah’s ark.

“Good manners! Everything among us is false and rotten. No one knows how to revere any longer: that is precisely what we are fleeing. They are mawkish, importunate dogs; they gild palm leaves.

“This disgust strangles me, that we kings ourselves have become false, hung about and disguised in the old, yellowed pomp of grandfathers, show-coins for the stupidest and the slyest, and for all those who today traffic in power!

“We are not the first, and yet must signify the first: we have finally become weary and sick of this fraud.

“We have avoided the riffraff, all these bawlers and scribbling blowflies, the shopkeeper’s stench, the fidgeting of ambition, the foul breath. Fie, to live among the riffraff; fie, to signify the first among the riffraff!

“Ah, disgust! Disgust! Disgust! What do we kings still matter?”

“Your old illness is assailing you,” said the king on the left at this point. “Disgust is assailing you, my poor brother. But you know that someone is listening to us.”

Immediately Zarathustra, who had opened his ears and eyes wide at these speeches, rose from his hiding place, approached the kings, and began:

“He who is listening to you, who gladly listens to you, you kings, is called Zarathustra.

“I am Zarathustra, who once said: ‘What do kings still matter!’ Forgive me; I rejoiced when you said to each other: ‘What do we kings matter!’

“Here, however, is my kingdom and my dominion: what might you be seeking in my kingdom? But perhaps along the way you found what I seek, namely the higher man.”

When the kings heard this, they struck their breasts and spoke with one voice: “We are recognized!

“With the sword of this word you cleave through the thickest darkness of our hearts. You have discovered our distress, for behold, we are on our way to find the higher man,

the man who is higher than we are, although we are kings. To him we are bringing this ass.

“For the highest man shall also be the highest lord on earth. There is no harsher misfortune in all human destiny than when the mighty of the earth are not also the foremost human beings.

“Then everything becomes false and crooked and monstrous. And when they are actually the last and more beast than human being, then the rabble rises and rises in value, and at last rabble-virtue itself says: ‘Behold, I alone am virtue!’”

“What did I just hear?” Zarathustra answered. “What wisdom among kings! I am delighted and, truly, already feel the desire to make a rhyme upon it,

though it may prove a rhyme unsuitable for everyone’s ears. I long ago unlearned consideration for long ears. Very well! Up and on!

(But here it happened that the ass too had his say: clearly and with ill will he said, “Hee-haw.”)

Once, I think, in the Year of Salvation One,
The Sibyl, drunk though she had tasted no wine,
Said: “Woe, now all goes crooked!
“Decay! Decay! Never sank the world so low!
“Rome sank to whore and house of whores,
“Rome’s Caesar sank to beast, God himself became a Jew!”

* * *

French AI-generated translation, non-official

Codex gpt-5.6-sol · Non-official working translation · 2026-09-13

Entretien avec les rois. 1. Zarathoustra ne marchait pas depuis une heure encore dans ses montagnes et ses forêts lorsqu’il aperçut soudain un étrange cortège. Précisément sur le chemin par lequel il voulait descendre s’avançaient deux rois, ornés de couronnes et de ceintures de pourpre, bariolés comme des flamants roses : ils poussaient devant eux un âne chargé. « Que veulent ces rois dans mon royaume ? » dit Zarathoustra avec étonnement à son cœur, et il se cacha prestement derrière un buisson. Mais lorsque les rois furent arrivés près de lui, il dit à mi-voix, comme quelqu’un qui se parle à lui seul : « Étrange ! Étrange ! Comment cela rime-t-il ensemble ? Je vois deux rois, et seulement un âne ! » Alors les deux rois s’arrêtèrent, sourirent, regardèrent vers l’endroit d’où venait la voix, puis se regardèrent au visage. « C’est sans doute ce que l’on pense aussi chez nous, dit le roi de droite, mais on ne le dit pas. » Le roi de gauche haussa les épaules et répondit : « Ce doit être un chevrier. Ou un ermite qui a vécu trop longtemps parmi les rochers et les arbres. Car l’absence totale de société corrompt aussi les bonnes manières. » « Les bonnes manières ? répliqua l’autre roi avec humeur et amertume. Que cherchons-nous donc à fuir ? Ne sont-ce pas les “bonnes manières” ? Notre “bonne société” ? Mieux vaut, en vérité, vivre parmi les ermites et les chevriers qu’avec notre populace dorée, fausse et fardée, quand bien même elle se nomme “bonne société”, quand bien même elle se nomme “noblesse”. Mais là, tout est faux et pourri, à commencer par le sang, grâce à de vieilles maladies mauvaises et à des guérisseurs plus mauvais encore. Celui que je tiens aujourd’hui encore pour le meilleur et le plus cher, c’est un paysan sain, rude, rusé, obstiné, endurant : voilà aujourd’hui l’espèce la plus noble. Le paysan est aujourd’hui le meilleur ; et l’espèce paysanne devrait être maîtresse ! Mais c’est le règne de la populace, je ne me laisse plus abuser. Or populace signifie : méli-mélo. Méli-mélo de populace : tout y est mêlé avec tout, saint et vaurien, hobereau et Juif, et toute bête de l’arche de Noé. Bonnes manières ! Tout chez nous est faux et pourri. Personne ne sait plus vénérer : voilà précisément ce que nous fuyons. Ce sont des chiens douceâtres et importuns, ils dorent des feuilles de palmier. Ce dégoût m’étrangle : nous-mêmes, les rois, sommes devenus faux, couverts et déguisés par la vieille pompe jaunie de nos grands-pères, monnaies d’apparat pour les plus sots et les plus retors, et pour tous ceux qui trafiquent aujourd’hui du pouvoir ! Nous ne sommes pas les premiers, et nous devons pourtant les représenter : nous sommes enfin las et dégoûtés de cette tromperie. Nous avons fui la canaille, tous ces braillards et ces mouches à écrire, la puanteur des boutiquiers, les frétillements de l’ambition, l’haleine mauvaise : fi, vivre parmi la canaille, fi, représenter les premiers parmi la canaille ! Ah, dégoût ! Dégoût ! Dégoût ! Qu’importons-nous encore, nous autres rois ! » « Ton ancienne maladie te terrasse, dit alors le roi de gauche, le dégoût te terrasse, mon pauvre frère. Mais tu le sais pourtant, quelqu’un nous écoute. » Aussitôt Zarathoustra, qui avait ouvert tout grands les yeux et les oreilles à ces discours, se leva de sa cachette, s’avança vers les rois et commença ainsi : « Celui qui vous écoute, qui vous écoute volontiers, ô rois, se nomme Zarathoustra. Je suis Zarathoustra, celui qui dit jadis : “Qu’importent encore les rois !” Pardonnez-moi, je me suis réjoui lorsque vous vous êtes dit l’un à l’autre : “Qu’importons-nous, nous autres rois !” Mais ici sont mon royaume et ma domination : que pouvez-vous donc chercher dans mon royaume ? Peut-être avez-vous toutefois trouvé en chemin ce que je cherche : à savoir l’homme supérieur. » Lorsque les rois entendirent cela, ils se frappèrent la poitrine et parlèrent d’une seule voix : « Nous sommes reconnus ! Par l’épée de cette parole, tu fends les ténèbres les plus épaisses de notre cœur. Tu as découvert notre détresse, car vois ! nous sommes en chemin pour trouver l’homme supérieur, l’homme qui nous est supérieur, bien que nous soyons rois. C’est à lui que nous conduisons cet âne. Car l’homme le plus élevé doit aussi être sur terre le maître le plus élevé. Il n’est pas de malheur plus cruel dans toute la destinée humaine que lorsque les puissants de la terre ne sont pas aussi les premiers hommes. Alors tout devient faux, de travers et monstrueux. Et s’ils sont même les derniers, plus bêtes qu’hommes, alors la populace ne cesse de monter en valeur, et finalement la vertu de populace elle-même proclame : “Regardez, moi seule suis vertu !” » « Qu’ai-je entendu à l’instant ? répondit Zarathoustra. Quelle sagesse chez des rois ! Je suis ravi et, en vérité, il me vient déjà l’envie d’en faire une rime, quand bien même ce serait une rime qui ne convient pas aux oreilles de tout le monde. Depuis longtemps, j’ai désappris les égards envers les longues oreilles. Allons ! Debout ! (Mais il arriva ici que l’âne prit lui aussi la parole : il dit clairement et avec malveillance Hi-Han.)

Jadis, je crois, en l’an de grâce Un,
La Sibylle dit, ivre sans boire de vin :
“Malheur, tout va de travers à présent !
“Déclin ! Déclin ! Jamais le monde ne tomba si bas !
“Rome devint putain et maison de putains,
“César de Rome devint bête, Dieu lui-même devint Juif !”

* * *

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